Aktuelle Meldungen zu den Gedenkstätten

Erinnerungstafeln am Zwangsarbeiterlager in Hamburg-Lokstedt

Am 17. November 2022 wurde in Hamburg-Lokstedt am Ort des ehemaligen Zwangsarbeiterlagers an der Stresemannallee (damals Horst-Wessel-Allee) eine Erinnerungsstele eingeweiht. Die als „Ostarbeiterinnen“ bezeichneten Mädchen und Frauen waren aus der Sowjetunion verschleppt worden und mussten unter menschenunwürdigen Bedingungen Zwangsarbeit für die Rüstungsindustrie bei den Philips Valvo-Werken und der Hamburger Batterie-Fabrik Otto Gross (Habafa) leisten.

Die Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte übernimmt Trägerschaft für den Geschichtsort Stadthaus

Die Behörde für Kultur und Medien, die Stadthöfe GmbH & Co. KG und die Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte zur Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen (SHGL) haben einen Vertrag über den künftigen Betrieb des Geschichtsort Stadthaus in den heutigen Stadthöfen unterschrieben. Weiterlesen

(Letzte) Lebenszeichen – eine Ausstellung des denk.mal Hannoverscher Bahnhof

An einigen Zielorten nationalsozialistischer Deportationen aus Hamburg und Norddeutschland war es den Verschleppten erlaubt, Postkarten zu schreiben. Dies war die einzige Möglichkeit der Kontaktaufnahme aus Ghettos und Konzentrationslagern zurück nach Hamburg. Eine temporäre Außenausstellung im Lohsepark der HafenCity stellt diese (letzten) Zeugnisse und ihre Geschichten vom 8. Juli bis 31. August 2022 aus. Mehr Informationen

Ehemaliges Altarbild, das 2021 aus der Apsis der Alsterdorfer Kirche entfernt wurde.

Lern- und Gedenkort der Evangelischen Stiftung Alsterdorf eröffnet

Am 9. Mai 2022 wurde vor der St.-Nicolaus-Kirche in Alsterdorf ein Lern- und Gedenkort eingerichtet. Er erinnert an die 630 Menschen mit Behinderung, die zwischen 1938 und 1945 aus den damaligen Alsterdorfer Anstalten abtransportiert wurden. Am Gedenkort ist das ehemalige Altarbild der Alsterdorfer Kirche von 1938 ausgestellt, das als Symbol der Ungleichbehandlung und Exklusion von Menschen mit Behinderung aus der Kirche herausgenommen wurde.  

Gedenktafel vor dem Haus Rothenbaumchaussee 38.

Gedenktafel am ehemaligen Gemeindehaus der Jüdischen Gemeinde

Im Mai 2022 ist eine Gedenktafel am ehemaligen Gemeindehaus der Jüdischen Gemeinde in der Rothenbaumchaussee 38 angebracht worden. Die Deutsch-Israelitische Gemeinde Hamburg hatte das im Jahr 1916 gekauft und als zentralen Verwaltungssitz eingerichtet. 1939 nahm die Geheime Staatspolizei das Gebäude widerrechtlich in Besitz. Von hier aus organisierte das sogenannte Judenreferat die Deportationen der Hamburger Jüdinnen und Juden.

Gedenkglaswürfel im „Garten der Frauen“.

Gedenkglaswürfel für Kinder von Zwangsarbeiterinnen

Seit dem 8. Mai 2022 erinnert auf dem Ohlsdorfer Friedhof ein „Gedenkglaswürfel“ an die verstorbenen Säuglinge und Kleinkinder von Zwangsarbeiterinnen in Hamburg. Der Glaswürfel ist aus 257 kleinen bunten Glassteinen zusammengesetzt, die jeweils den Namen und das Alter eines Kindes tragen. Auf anderen Steinen befinden sich Zeichnungen, ein Stein steht für alle Kinder, zu denen nichts bekannt ist.

Buchcover (Ausschnitt)

Wer ist in den "Soldatengräbern" auf dem Friedhof Ohlsdorf bestattet?

Auf den Gräberfeldern "Soldaten des Ersten und Zweiten Weltkriegs" auf dem Friedhof Ohlsdorf befinden sich auch die Grabstätten vieler Opfer des Weltkrieges, darunter z.B. von im KZ Neuengamme ermordeten Menschen oder Säuglingen von osteuropäischen Zwangsarbeiterinnen. Das neue Buch "Soldat - Kind - Zwangsarbeiterin - Deserteur" ist vom Runden Tisch zum Gräberfeld "Deutsche Soldatengräber" auf dem Ohlsdorfer Friedhof herausgegeben worden und gibt Informationen zu den hier Bestatteten. Das Buch ist zu beziehen über die Friedhofsverwaltung, Fuhlsbüttler Straße 756, 22337 Hamburg. Flyer

Erklärungstafel zum "Garten der Frauen".

Neue Gedenksteine im "Garten der Frauen" auf dem Friedhof Ohlsdorf

Im "Garten der Frauen" hat sich in der letzten Zeit viel getan. Mehrere Steine für Opfer und Wiederstandskämpferinnen sind aufgestellt worden. Sie alle hatten ein Grab auf dem Ohlsdorfer Friedhof. Darunter sind: Gerda Rosenbrook-Wempe (Widerstand), Erinnerungsstein für Lonny Beese (jüd. Opfer des NS), Erinnerungsstein für Francoise Bloch-Sérazin (Widerstand), Erinnerungsstein für Marie Priess (Widerstand), Erinnerungsstein für Renate Strübing-Wagner (Widerstand). Näheres zu den Frauen auf der Website vom "Garten der Frauen": http://www.garten-der-frauen.de/

Gedenksäule zur Erinnerung an die Zwangsarbeit beim Hanseatischen Kettenwerk.

Dokumentation "Wohnungsbau für die Rüstungsindustrie – Siedlungen für das Hanseatische Kettenwerk und die Messap" erschienen

Die Willy-Bredel-Gesellschaft Hamburg hat die Dokumentation des Stadtplaners und Architekten Michael Holtmann "Wohnungsbau für die Rüstungsindustrie – Siedlungen für das Hanseatische Kettenwerk und die Messap" herausgegeben. Das Buch beschreibt die Entstehung der beiden Werke und die damit verbundenen Kriegsvorbereitungen. Ein Nachwort von René Senenko, Literaturhinweise und historische Fotos und Zeichnungen runden die Neuausgabe ab. Die Broschüre ist im Büro der Willy-Bredel-Gesellschaft sowie in Buchhandlungen in Fuhlsbüttel und Langenhorn zu erwerben.

Tafel am ehemaligen Kinderkrankenhaus Rothenburgsort

Gedenkbuch „Die vergessenen Kinder von Zwangsarbeiterinnen in Hamburg“ erschienen

In der Buchreihe „Stolpersteine in Hamburg – biographische Forschungen“, herausgegeben von Dr. Rita Bake und Dr. Beate Meyer, ist der 22. Titel als Doppelband erschienen. Das von Margot Löhr verfasste Gedenkbuch beschreibt 418 Biographien von Kindern, die Zwangsarbeiterinnen in Hamburger Lagern oder Krankenhäusern geboren haben und die in Hamburg gestorben sind. 

Weitere Hinweise unter: www.hamburg.de/politische-bildung

Haben Sie gewusst?

1949

wurde das erste Hamburger Mahnmal für NS-Opfer auf dem Ohlsdorfer Friedhof eingeweiht.

1941

wurde auf dem Bergedorfer Friedhof ein Gräberfeld für sowjetische Kriegsgefangene aus dem KZ Neuengamme angelegt.

15

Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme gab es in Hamburg.

500.000

Zwangsarbeitskräfte, darunter viele Frauen, arbeiteten von 1939 bis 1945 in Hamburg.

1943

starben beim Bombenangriff „Operation Gomorrha“ etwa 37.000 Menschen. KZ-Häftlinge bargen die Opfer.

Hören

können Sie den „Gedenkort zur Erinnerung an die Deserteure und andere Opfer der NS-Militärjustiz“: Die NS-Urteile wurden eingesprochen.

4

Gedenkorte befinden sich unter der Erde: Der Röhrenbunker Tarpenbekstraße, das Bunkermuseum, das Harburger „Mahnmal gegen Faschismus“ sowie die „Verhörzelle“ in Eppendorf.

1

Sitz hat das Mahnmal „Tisch mit 12 Stühlen“ für Besucher*innen frei.

Eine Rose

pflanzen können Besucher*innen an der „Gedenkstätte Bullenhuser Damm“ im Rosengarten.

3

Denkmaler erinnern an Hamburger Mitglieder der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“.

Veranstaltungen

bis
Ausstellung
Hamburger Rathaus, Diele, Rathausmarkt 1, 20095 Hamburg

Ausstellung: „Der Tod ist ständig unter uns.“ Die Deportationen nach Riga und der Holocaust im deutsch besetzten Lettland

Riga war das Zentrum jüdischen Lebens in Lettland. Mit dem Einmarsch deutscher Truppen im Juli 1941 wurde die Stadt zu einem Zielort von Deportationen und zum Tatort nationalsozialistischer Vernichtungspolitik. Angehörige von SS, Polizei und Wehrmacht sowie lokale Hilfstruppen ermordeten fast alle lettischen sowie die aus Deutschland, Wien, Prag und Brünn nach Riga deportierten Jüdinnen und Juden. Unter den Deportierten waren auch 753 Hamburgerinnen und Hamburger. Der Hannoversche Bahnhof war Ausgangspunkt, aber auch Zwischenstation für Deportationen aus Norddeutschland nach Riga.
Heute ist der Hannoversche Bahnhof in Hamburg ein wichtiger Erinnerungsort an die Deportationen nach Riga. Die Ausstellung möchte dazu beitragen, die Deportationen nach Riga und das nationalsozialistische Morden im öffentlichen Gedenken Deutschlands wie auch Lettlands zu verankern.
Eine vom Auswärtigen Amt finanzierte und mit Unterstützung der Hamburgischen Bürgerschaft realisierte Ausstellung der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte.

Informationen zur Ausstellung und Begleitprogramm

13:00 - 14:00 | Gedenkveranstaltung
Gedenkstein KZ-Sasel, Petunienweg/Feldblumenweg

Gedenken an die Opfer des KZ Sasel

Am Freitag, 27. Januar 2023 um 13.00 Uhr veranstaltet der Verein „Begegnungsstätte Poppenbüttel“ am Mahnmal des ehemaligen KZ-Außenlager Sasel im Petunienweg/ Ecke Feldblumenweg eine Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus und der Befreiung des KZ Auschwitz. Im KZ-Außenlager Sasel waren 500 überwiegend polnische Jüdinnen inhaftiert. Sie mussten schwerste Zwangsarbeit leisten. 29 Frauen und 1 Säugling kamen ums Leben. Margot Löhr hält einen Redebeitrag über "Die vergessenen Kinder von Zwangsarbeiterinnen“. Ab 17 Uhr werden im Rahmen des bundesweiten Aktion „Lichter gegen die Dunkelheit“ Leuchten am Mahnmal aufgestellt. Der Saseler Musiker Bernd Hof begleitet das Gedenken wie in jedem Jahr wieder mit jüdischen Weisen auf der Mundharmonika.

Diese Veranstaltung steht im Zusammenhang mit der Gedenkstätte:
Mahnmal für die Opfer des KZ-Außenlagers Sasel
11:00 - 13:00 | Filmvorführung
Abaton-Kino, Allende-Platz 3 (Grindelhof), 20146 Hamburg

Film „Wir haben es doch erlebt…“ Das Ghetto von Riga.

Der Dokumentarfilm erzählt von der Deportation von knapp 25.000 Jüdinnen und Juden aus dem Deutschen Reich, Wien, Prag und Brünn nach Riga. Um Platz im Ghetto zu schaffen, ließ die SS 26.500 Jüdinnen und Juden aus Riga in den Wald von Rumbula bringen und innerhalb von zwei Tagen erschießen. Anlässlich des 70. Jahrestags der Riga-Deportationen hat der Regisseur Jürgen Hobrecht den Film „‘Wir haben es doch erlebt…‘ Das Ghetto von Riga“ gedreht, der die Geschichte des Holocausts in Lettland erzählt. In dem Film berichten Zeitzeug*innen von dem Massaker, dem Leben im Ghetto und vom Überleben mit dem Trauma.
Im Anschluss an den Film besteht die Möglichkeit, mit dem Regisseur über die Geschichte und Herangehensweise seines Dokumentarfilms ins Gespräch zu kommen.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem ABATON-Kino - Wir haben es doch erlebt.

Diese Veranstaltung steht im Zusammenhang mit der Gedenkstätte:
denk.mal Hannoverscher Bahnhof