Aktuelle Meldungen zu den Gedenkstätten

Ausstellung: Ausgeraubt vor der Deportation. NS-Verfolgte im Fokus der Hamburger Finanzverwaltung

Noch bevor Züge der Deutschen Reichsbahn Deportierte aus Hamburg in Ghettos und Vernichtungslager transportierten, plünderte der NS-Staat die Verfolgten schrittweise aus. Auch Hamburger Finanz- und Zollbeamte waren an dieser Beraubung beteiligt. Ihre Rolle ist das Thema der neuen Ausstellung zur Hamburger Finanzverwaltung im Nationalsozialismus.
Die Ausstellung der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte wird vom 22. Januar bis zum 20. Februar 2025 im Hamburger Rathaus gezeigt. Mehr Informationen und Begleitprogramm finden Sie hier

#seeforfree 2024

Am Donnerstag, den 31.10., findet wieder #seeforfree statt! Viele verschiedene Museen, Ausstellungshäuser und Gedenkstätten können kostenfrei besichtigt werden. Hierfür öffnen insgesamt 47 Orte ihre Türen und stellen ein großes Angebot an Rundgängen, Vorträgen und Mitmach-Aktionen. Auch verschiedene Gedenkorte der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte sind mit dabei. Mehr Infos und das Programm gibt es hier

Tag des offenen Denkmals 2024

Unter dem Motto „Wahr-Zeichen. Zeitzeugen der Geschichte” findet in Hamburg vom 6. bis 8. September 2024 der Tag des offenen Denkmals statt. Bei Führungen und Rundgängen oder auf eigene Faust kann an diesem Wochenende die Hamburger Denkmallandschaft erkundet werden. Über 160 Museen, Gedenkstätten und Denkmäler bieten ein vielfältiges Programm und auch Einblicke hinter Türen, die sonst verschlossen sind. Zum Programm als pdf

Ausstellung „Hamburger Fußball im Nationalsozialismus

Die Ausstellung Hamburger Fußball im Nationalsozialismus – Einblicke in eine jahrzehntelang verklärte Geschichte wird vom 8. Juni bis 14. Juli 2024 gezeigt. Dokumentiert wird in der Ausstellung vor allem der Hamburger Fußballsport in all seinen Facetten. Wie veränderten der Nationalsozialismus und später der Krieg das Sport- und Vereinsleben? Individuelle Schicksale von Sportlern und Vereinsfunktionären sowie die Vorstellung einzelner Vereine zeigen die Auswirkungen der Sportpolitik der NSDAP, von Verboten und Verfolgungen, aber auch Mitläufertum. Die Ausstellung wird an den – fußläufig zueinander gelegenen – Orten, Geschichtsort Stadthaus und Mahnmal St. Nikolai, zu sehen sein.

Lange Nacht der Museen Hamburg 2024

53 Hamburger Museen, Ausstellungshäuser und Gedenkorte öffnen in diesem Jahr ihre Türen für Kulturentdecker*innen aus aller Welt! Zwischen 18:00 bis 1:00 Uhr können bei der Langen Nacht der Museen die Sammlungen der Häuser im Schatten der Nacht zu erleben. Auch Gedenkorte wie die KZ-Gedenkstätte Neuengamme, die Gedenkstätte Bullenhuser Damm und der Geschichtsort Stadthaus sind in diesem Jahr dabei. Hier geht es zum Programm.

Woche des Gedenkens Bezirk Hamburg-Mitte 2024

Viele Menschen aus dem Bezirk engagieren sich in Stadtteilarchiven, Geschichts- oder Lernwerkstätten, kulturellen Einrichtungen oder an Gedenkorten für die lokale Erinnerungskultur. Im Rahmen der jährlichen Woche des Gedenkens Hamburg-Mitte präsentieren sich vom 20. April bis 8. Mai die Initiativen und Einrichtungen mit Führungen, Stadtrundgängen, Theater- sowie Filminszenierungen, Lesungen und Gesprächsrunden. Hier geht es zum Programm.

Ausstellung: Rechte Gewalt in Hamburg von 1945 bis heute

Rechtsextreme Überzeugungen werden in Deutschland wieder verstärkt offen geäußert. Auch Gewalttaten von rechts nehmen bedrohlich zu. Diese Ausstellung erzählt die Geschichten der Betroffenen rechter Gewalt in Hamburg. Zugleich nimmt sie die Akteure und Netzwerke alter wie neuer Nazis in den Blick. Sie zeigt die Entwicklung rechter Gewalt in Hamburg über viele Jahrzehnte ebenso wie Formen von Gegenwehr aus Gesellschaft und Politik.
Die Ausstellung der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte zur Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen wird mit Unterstützung der Hamburgischen Bürgerschaft vom 19. Januar bis 18. Februar 2024 im Hamburger Rathaus gezeigt. Mehr Informationen und Begleitprogramm

Mahnmal für Sinti und Roma in Hamburg eingeweiht

Auf dem Friedhof Diebsteich ist am 26. November 2023 ein Mahnmal für Sinti und Roma eingeweiht worden. Die drei Meter hohe Stele, umgeben von einer kreisrunden Anlage mit Bänken und Säulen, erinnert an die Tausenden Sinti und Roma, die in der NS-Zeit verfolgt und ermordet wurden. Der Ort soll aber auch an den Widerstand und die Lebenskraft der Sinti und Roma während der NS-Zeit erinnern und ein Ort der Begegnung in der Gegenwart werden.

80 Jahre „Operation Gomorrha“

Im Netzwerk 80 Jahre „Operation Gomorrha“ haben sich institutionelle und zivilgesellschaftliche Akteur:innen zusammengeschlossen, um im Gedenkjahr mit einer Vielzahl an Angeboten über die Zerstörung Hamburgs im Zweiten Weltkrieg zu informieren. Alle Rundgänge, Vorträge, Ausstellungen und weitere Veranstaltungen in vielen Hamburger Stadtteilen finden Sie hier.

Kolorierte Lithografie des Hannoverschen Bahnhofs, ca. 1872. SHGL

Installation: WARUM HIER? Geschichte und Gedenken im Lohsepark

Im Lohsepark befindet sich seit 2017 der Gedenkort denk.mal Hannoverscher Bahnhof. Doch wo war der Hannoversche Bahnhof eigentlich genau, und warum wurde er ab 1940 zur Abfertigung von Deportationszügen genutzt? Und wie konnte er nach 1945 aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwinden? Eine zweiteilige Installation gibt vom 22. April bis 15. Juli 2023 Einblick in die Geschichte des Ortes. Mehr Informationen unter WARUM HIER? Geschichte und Gedenken im Lohsepark (kz-gedenkstaette-neuengamme.de)

Haben Sie gewusst?

1949

wurde das erste Hamburger Mahnmal für NS-Opfer auf dem Ohlsdorfer Friedhof eingeweiht.

1941

wurde auf dem Bergedorfer Friedhof ein Gräberfeld für sowjetische Kriegsgefangene aus dem KZ Neuengamme angelegt.

15

Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme gab es in Hamburg.

500.000

Zwangsarbeitskräfte, darunter viele Frauen, arbeiteten von 1939 bis 1945 in Hamburg.

1943

starben beim Bombenangriff „Operation Gomorrha“ etwa 37.000 Menschen. KZ-Häftlinge bargen die Opfer.

Hören

können Sie den „Gedenkort zur Erinnerung an die Deserteure und andere Opfer der NS-Militärjustiz“: Die NS-Urteile wurden eingesprochen.

4

Gedenkorte befinden sich unter der Erde: Der Röhrenbunker Tarpenbekstraße, das Bunkermuseum, das Harburger „Mahnmal gegen Faschismus“ sowie die „Verhörzelle“ in Eppendorf.

1

Sitz hat das Mahnmal „Tisch mit 12 Stühlen“ für Besucher*innen frei.

Eine Rose

pflanzen können Besucher*innen an der „Gedenkstätte Bullenhuser Damm“ im Rosengarten.

3

Denkmaler erinnern an Hamburger Mitglieder der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“.

Veranstaltungen

bis
Ausstellung
KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Foyer Hauptausstellung

Das Unvorstellbare zeichnen / Picturing the Unimaginable

Zehn zeitgenössische Zeichner*innen aus den Niederlanden, Deutschland und Belgien haben zu dem Graphic Novel-Projekt „Das Unvorstellbare zeichnen“ beigetragen und Geschichten aus drei ehemaligen Konzentrationslagern gezeichnet – dem KZ Neuengamme in Deutschland, der Kazerne Dossin in Belgien und dem Lager Westerbork in den Niederlanden. In der Ausstellung werden die Zeichnungen gemeinsam mit historischen Objekten und audiovisuellen Dokumenten präsentiert. Zur Ausstellung erscheint der Graphic Novel-Band „Picturing the Unimaginable“ in vier Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch und Niederländisch).

Künstler*innen: Erik de Graaf, Melanie Kranenburg, Sterric, Jennifer Daniel, B. Carrot, Wide Vercnocke, Milan Hulsing, Tobi Dahmen, Jeroen Janssen & Arezoo Moradi, Guido van Driel.

Das Projekt wurde realisiert mit Unterstützung von Dutch Culture, Mondriaan Fund, Creative Industries F und NL und der niederländischen Botschaft in Belgien.

Diese Veranstaltung steht im Zusammenhang mit der Gedenkstätte:
KZ-Gedenkstätte Neuengamme - Ausstellungen
11:00 - 13:00 | Film und Gespräch
Abaton Kino, Allende-Platz 3, 20146 Hamburg

Auch Leben ist eine Kunst - Der Fall Max Emden

Den Namen Max Emden kennt heute fast niemand mehr – seine Kaufhäuser jedoch schon: das KaDeWe in Berlin, den Operpollinger in München, das Allas-Warenhaus in Stockholm oder Corvin Ahuraz in Budapest. Der 1874 in Hamburg geborene Spross einer angesehenen jüdischen Handelsfamilie, war aber mehr als ein Kaufhauskönig. Er war Mäzen der Universität Hamburg, stiftete seiner Heimatstadt den ersten Golfclub und einen Poloclub – und baute eine einzigartige Kunstsammlung auf. 1928 verlegte Emden aufgrund des aufkeimenden Antisemitismus seinen Wohnsitz in die Schweiz, erwarb die malerischen Brissago-Inseln im Lago Maggiore und stattete dort eine Villa mit seiner atemberaubenden Kunstsammlung von Malern wie Van Gogh, Canaletto oder Monet aus. Doch die Nationalsozialisten beschlagnahmten nach und nach Emdens Vermögen; seine Kunst musste er zum großen Teil verkaufen – seine zahlreichen Immobilien in ganz Europa wurden enteignet – und so starb er 1940 am Lago Maggiore.

Knapp 80 Jahre später begibt sich der Film zusammen mit Juan Carlos Emden, dem Enkel Max Emdens, auf die Spuren seines Großvaters, um herauszufinden, was mit der berühmten Kunstsammlung und dem Immobilienbesitz wirklich geschah. Weder hat die Bundesregierung eines der Kunstwerke aus der Sammlung Emden an seine Erben zurückgegeben, noch hat sich der Hamburger Senat bis heute um eine Wiedergutmachung oder Entschädigung der Familie Emden bemüht.

Im Anschluss an den Film besteht die Möglichkeit, mit Regisseur André Schäfer ins Gespräch zu kommen. Moderation: Lennart Onken (Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte). Tickets über das Abaton-Kino.

19:00 - 21:00 | Lesung und Gespräch
Gedenkstätte Fuhlsbüttel, Suhrenkamp 98, 22335 Hamburg

Erschlagen im KZ Fuhlsbüttel: Die Geschichte von Alwin Esser

Alwin Esser war der Sohn des kommunistischen Bürgerschaftsabgeordneten Fritz Esser. Die gesamte Familie Esser beteiligte sich aktiv am antifaschistischen Widerstand und geriet schon bald nach der nationalsozialistischen Machtübernahme ins Visier des Regimes. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1933 stürmte die Staatspolizei die Wohnung der Familie und verhaftete die Geschwister Luise, Rudolf und Alwin Esser. Alle drei wurden zur Vernehmung an die Stadthausbrücke gebracht. Luise wurde am nächsten Tag wieder freigelassen, während die Brüder Alwin und Rudolf in das KZ Fuhlsbüttel überführt wurden. Noch am Tag der Einlieferung wurde Alwin Esser dort von den Wachmannschaften erschlagen.
Der Neffe Bernhard Esser und die Erinnerungspädagogin Kim Kielau erzählen die Geschichte von Alwin Esser und sprechen über die Weitergabe von Erinnerung in der Gegenwart. Ergänzt wird die Veranstaltung durch die Lesung von Texten von Willi Bredel durch Michael Grill.
Eine Anmeldung ist notwendig.

Diese Veranstaltung steht im Zusammenhang mit der Gedenkstätte:
Gedenkstätte Konzentrationslager und Strafanstalten Fuhlsbüttel 1933–1945
14:00 - 16:00 | Rundgang
denk.mal Hannoverscher Bahnhof, Lohseplatz, 20457 Hamburg

„Ich konnte nicht daran denken, dass ich sie vielleicht niemals wiedersehen werde“

Erzwungene Emigration aus Hamburg während der NS-Zeit.
Der Gedenkort „denk.mal Hannoverscher Bahnhof“ erinnert an die über 8.000 Jüdinnen und Juden sowie Sinti*ze und Rom*nja, die während der Zeit des Nationalsozialismus aus Hamburg und Norddeutschland in Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert wurden. Der Rundgang nimmt Lebensgeschichten von Menschen in den Blick, die der Verfolgung und Deportation durch Emigration entgehen konnten – meist allerdings nur um den Preis einer völligen finanziellen Ausplünderung durch das NS-Regime. Dr. Kristina Vagt und Karin Heddinga erläutern diese Ausplünderung von Emigrierten wie auch von Deportierten anhand einzelner Biografien. Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine Veranstaltung im Rahmen der Tage des Exils, eine Initiative der Körber-Stiftung.
Treffpunkt: Info-Pavillon denk.mal Hannoverscher Bahnhof
Eine Anmeldung ist notwendig.

Diese Veranstaltung steht im Zusammenhang mit der Gedenkstätte:
denk.mal Hannoverscher Bahnhof
19:00 - 21:00 | Podiumsgespräch
Hamburger Rathaus, Rathausmarkt 1, 20095 Hamburg

Arisiert, beraubt, vergessen? Die Ausplünderung der NS-Verfolgten und ihre Nachwirkungen bis heute

Die Finanzverwaltungen betrieben die wirtschaftliche und finanzielle Existenzvernichtung der NS-Verfolgten auf vielen Wegen. Finanz- und Zollbeamte setzten jüdische Geschäftsinhaber mit Steuern, Sonderabgaben, Kontrollen und Strafen systematisch unter Druck und trieben ihre Geschäfte in den Ruin, was ihre Überführung in „arische“ Hände oder ihre Liquidation ermöglichte. Sie beraubten Emigrant*innen, die vor der nationalsozialistischen Verfolgung fliehen wollten, und pressten ihnen hohe Abgaben für die Mitnahme des Umzugsguts ab. Schließlich beauftragten sie die Versteigerung jenes Umzugsguts, das nach Kriegsbeginn im Hafen verblieb, sowie den verbliebenen Besitz der Deportierten. Hiervon profitierten zahllose Deutsche, Kleinhändler*innen, aber auch Museen und Kultureinrichtungen, die bei den Versteigerungen zu Hunderten mit Einrichtungsgegenständen, Haushaltsartikeln und Bekleidung erstanden.
Der durch die Finanzverwaltungen organisierte Raub führte zu einem der größten Einschnitte in die Besitzverhältnisse der neueren deutschen Geschichte. Dessen Auswirkungen sind bis heute zu spüren: Betroffene müssen teilweise bis heute um Rückerstattung und Wiedergutmachung kämpfen. Mitunter ist völlig unklar, wo ihr jeweiliger Besitz geblieben ist. In den deutschen Museen und Kultureinrichtungen befinden sich unzählige Objekte, die im Nationalsozialismus unrechtmäßig erworben wurden. Und der Erfolg vieler heute renommierter deutscher Firmen und Geschäfte begann mit der Verdrängung jüdischer Unternehmer.
In dem Podiumsgespräch diskutieren Susanne Kiel (Deutsches Schifffahrtsmuseum Bremerhaven, Projekt „Der Umgang mit Übersiedlungsgut jüdischer Emigranten in Bremen nach 1939: Beteiligte, Netzwerke und Wege der Verwertung“), Anneke de Rudder (Arbeitsstelle Provenienzforschung – NS-Raubgut an der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg), Cord Aschenbrenner und Jörg Herrmann (Evangelische Akademie der Nordkirche, Projekt "Arisierungen am Neuen Wall") und Arnold Weiß (Landesverein der Sinti in Hamburg) über die verschiedenen Formen fiskalischer Verfolgung und ihre Auswirkungen bis heute. Moderation: PD Dr. Jaromír Dittmann-Balcar (Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte)
Eine Anmeldung ist notwendig. 

14:00 - 17:00 | Rundgang
KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Haupteingang

Schwarze Gefangene im KZ Neuengamme

Anlässlich des Black History Month befasst sich der Rundgang mit den Schicksalen Schwarzer Gefangener im Konzentrationslager Neuengamme. Was ist über diese Menschen bekannt? Aus welchen Motiven wurden sie verfolgt? Wie ist es ihnen im Konzentrationslager ergangen? Wie verliefen die weiteren Lebenswege derjenigen, die die Lagerhaft überlebten? Der Rundgang ordnet die vorgestellten Biografien in den Kontext der nationalsozialistischen Politik gegenüber Schwarzen Menschen sowie des Widerstands gegen die deutsche Besatzungsherrschaft in Europa während des Zweiten Weltkrieges ein.
Referentinnen: Gisela Ewe und Marie Stahlfeld (beide KZ-Gedenkstätte Neuengamme)
Der Rundgang findet in Kooperation mit der Volkshochschule Hamburg statt und kostet 9 Euro. Anmeldung bis zum 20. Februar 2025 über die Website der Volkshochschule Hamburg.

Diese Veranstaltung steht im Zusammenhang mit der Gedenkstätte:
KZ-Gedenkstätte Neuengamme - Ausstellungen
13:00 - 16:00 | Rundgang
KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Haupteingang

Queere Menschen im Nationalsozialismus

In der Sonderausstellung „Das Unvorstellbare zeigen“ erzählen zehn Graphic Novels Verfolgungsgeschichten aus dem Nationalsozialismus. Eine von ihnen gilt dem Neuengamme-Überlebenden Karl Gorath, der als Homosexueller inhaftiert war. Der Rundgang beleuchtet die Verfolgung queerer Menschen im NS, ihre weitere Kriminalisierung nach 1945 und den Kampf um die Erinnerung und erkundet die Sonderausstellung. 
Referent*innen: Jona Diwiak, Ansgar Tonya Karnatz (KZ-Gedenkstätte Neuengamme). 
Der Rundgang ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist notwendig.

Diese Veranstaltung steht im Zusammenhang mit der Gedenkstätte:
KZ-Gedenkstätte Neuengamme - Ausstellungen
19:00 - 21:00 | Buchvorstellung und Gespräch
Geschichtsort Stadthaus, Stadthausbrücke 6, 20355 Hamburg

Beutezug am Neuen Wall: Die Enteignung jüdischer Unternehmer, Geschäftsleute und Bankiers

Der Neue Wall war schon vor 1933 eine prominente Einkaufsstraße. Damals residierten dort noch über 40 Geschäfte und Unternehmen jüdischer Hamburger*innen. Ab 1933 wurden sie systematisch drangsaliert, entrechtet, enteignet und schließlich vertrieben oder ermordet. Ein Projekt der Evangelischen Akademie der Nordkirche hat diese Vorgänge der „Arisierung“ jüdischer Unternehmen am Beispiel des Neuen Walls recherchiert und will sie zum Gegenstand öffentlicher Erinnerungskultur machen. Akademiedirektor Dr. Jörg Herrman und Historiker und Journalist Cord Aschenbrenner stellen das Projekt und eine erste Publikation vor.
Eine Veranstaltung im Rahmen der Tage des Exils, eine Initiative der Körber-Stiftung, und ist eine Kooperationsveranstaltung zwischen der Evangelische Akademie der Nordkirche und der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte. Eine Anmeldung ist notwendig. 

Diese Veranstaltung steht im Zusammenhang mit der Gedenkstätte:
Geschichtsort Stadthaus
19:00 - 20:30 | Buchvorstellung und Gespräch
Hamburger Institut für Sozialforschung, Mittelweg 36, 20148 Hamburg

„Lagermedizin“ in Auschwitz. Funktion und Dilemmata der Häftlingsärzte 1940-1945

Unter den Häftlingen in Auschwitz waren alle Berufsgruppen vertreten, auch Ärztinnen und Ärzte. Wer eine Beschäftigung im Krankenbau bekam, steigerte seine Überlebenschancen, konnte aber auch sein medizinisches Wissen einsetzen, um anderen zu helfen. Als Auschwitz 1942 zum Vernichtungskomplex ausgebaut wurde, ging die Behandlung der kranken Insassen praktisch in die Hände der Häftlingsärzte über, auch wenn SS-Mediziner die Aufsicht ausübten. Der Historiker Bogdan Musial zeigt, dass die Kooperation oft tief reichte und Häftlingsärzt*innen in Dilemmata stürzte: Einerseits konnten sie helfen, andererseits waren sie durch Befehle gezwungen, tödliche Entscheidungen mitzutragen.
Es handelt sich um eine gemeinsame Veranstaltung der KZ-Gedenkstätte Neuengamme, dem Hamburger Institut für Sozialforschung und der Hamburger Edition. Die Moderation übernimmt Anett Dremel, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt „Medizin im KZ Neuengamme“.
Eine Veranstaltung im Rahmen der Tage des Exils, eine Initiative der Körber-Stiftung, und ist eine Kooperationsveranstaltung zwischen der Evangelische Akademie der Nordkirche und der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte.