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Friedhof Ohlsdorf - Soldatengräber und Gräber von Opfern der NS-Gewaltherrschaft

Rundbau "Ehrenmal für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs"
Aktion der Willi-Bredel-Gesellschaft am Rundbau.
Grabstein von Willy Dittmann, 1945 als Deserteur hingerichtet.
Die Soldatengräber des Ersten Weltkriegs.

In zentraler Lage des Ohlsdorfer Friedhofs befindet sich die Anlage „Deutsche Soldatengräber“. In 3500 Gräbern sind hier Tote des Ersten Weltkriegs bestattet, in der Mehrzahl Angehörige des deutschen Militärs, teilweise aber auch Kriegsgefangene. Im Zweiten Weltkrieg kamen über 3000 weitere Gräber hinzu. Hier wurden Soldaten und Angehörige von NS-Organisationen begraben.

Opfer der NS-Gewaltherrschaft

Durch Umbettungen der Friedhofsverwaltung in den 1950er- und 1960er-Jahren gelangten auch 1000 NS-Opfer in die Grabanlage, für die aufgrund des Gräbergesetzes ein ewiges Ruherecht gegeben war. Zu ihnen zählen durch die NS-Justiz Hingerichtete, ermordete jüdische Kriegsgefangene aus der Sowjetunion, KZ-Häftlinge, Kinder von Zwangsarbeiterinnen sowie Opfer von Luftangriffen und Euthanasieverbrechen.

Während das 1953 in Form eines Rundbaus errichtete „Ehrenmal für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs“ an die umgekommenen Soldaten erinnerte und zum Ort für Kranzniederlegungen am Volkstrauertag wurde, fehlte jahrzehntelang jeder Hinweis auf Angehörige der anderen Opfergruppen. Dies führte in den letzten Jahren zu öffentlichen Protesten. Vor allem die Willi-Bredel-Gesellschaft Geschichtswerkstatt e. V. rückte mehrfach den Blick der Öffentlichkeit auf die hingerichteten und dort bestatteten Wehrmachtdeserteure. Im Juli 2012 lud der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge zu einem „Runden Tisch“ ein, um „über den künftigen Umgang mit dem Gräberfeld zu sprechen“. Neben dem Volksbund setzte er sich zusammen aus der Willi-Bredel-Gesellschaft, der Landeszentrale für politische Bildung, der KZ-Gedenkstätte Neuengamme, der Vereinigung der Verfolgten des Nationalsozialismus - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten, dem Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e. V., dem Kulturverein Grüner Saal e. V. und der Hamburger Friedhöfe AöR.

In einem ersten Schritt wurde 2016 die „Kriegerehren­allee“ in „Ida-Ehre-Allee“ umbenannt. Nach Abschluss umfangreicher Recherchen legte der Runde Tisch 2021 das Buch „Soldat – Zwangsarbeiterin – Deserteur. Die ‚Soldatengräber‘ auf dem Friedhof Ohlsdorf“ vor. Zugleich entschloss sich der Kreis zur Aufstellung von Informationstafeln, die am Rundbau und an einzelnen Arealen des Gräberfelds auf die Schicksale der hier beigesetzten Menschen hinweisen.

Denkmal
Friedhof Ohlsdorf - Soldatengräber und Gräber von Opfern der NS-Gewaltherrschaft
Ohlsdorf
Friedhof Ohlsdorf, Ida-Ehre-Allee/Linne-Straße

Kontakt

Hamburger Friedhöfe -AöR-

Fuhlsbüttler Straße 756
22337 Hamburg
Telefon: 040-59388831

Öffnungszeiten:
Öffnung und Schließung der Tore (für KfZ):
9 bis 21 Uhr (April bis Oktober),
9 bis 18 Uhr (November bis März)

Kategorien:
Denkmal
Gedenktafel
Themen:
Friedhof
Opfergruppen