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Gedenktafel am ehemaligen Kinderkrankenhaus Rothenburgsort

Gedenktafel am ehemaligen Kinderkrankenhaus.
Ehemaliger Eingang ins Kinderkrankenhaus Rothenburgsort mit Gedenktafel.
Stolpersteine vor dem ehemaligen Kinderkrankenhaus Rothenburgsort.
Das 2024 eingeweihte Mahnmal für die ermordeten Kinder
Statue einer Mutter mit Säugling von Richard Kuöhl am ehemaligen Kinderkrankenhaus Rothenburgsort.

Die Gedenktafel am ehemaligen Kinderkrankenhaus Rothenburgsort, dem heutigen Standort des Instituts für Hygiene und Umwelt, wurde am 9. November 1999 enthüllt und erinnert an die Ermordung von mehr als 50 Kinder mit Behinderungen zwischen 1941 und 1945. Im Rahmen des "Euthanasieprogramms" stufte ein Gutachterausschuss die Kinder als „unwertes Leben“ ein und wies sie zur Tötung in Kinderfachabteilungen ein. Die Hamburger Gesundheitsverwaltung, Hamburger Amtsärzte und Ärzte des Krankenhauses waren daran beteiligt.

Neben der Gedenktafel erinnern seit 2009 auch 35 Stolpersteine an die ermordeten Mädchen und Jungen sowie an Dr. Carl Stamm, bis 1933 Chefarzt des Kinderkrankenhauses. Er nahm sich vor seiner Deportation das Leben. Auch 88 Säuglinge und Kleinkinder von Zwangsarbeiterinnen kamen 1944 und 1945 im Kinderkrankenhaus Rothenburgsort und im „Olgaheim“ Wohldorf ums Leben - ermordet durch Vernachlässigung und Unterernährung.

Die Initiative „Gedenkort ehemaliges Kinderkrankenhaus Rothenburgsort“ setzt sich seit Jahren für ein würdiges Denkmal für die ermordeten Kinder ein. Nachdem der erste Versuch, den Gedenkort direkt auf dem Gelände des heutigen Hygieneinstituts zu etablieren, an der fehlenden Zustimmung des Eigentümers scheiterte, erinnerten temporäre Projekte von Schülerinnen und Schüler an die Geschichte der Kinder in Rothenburgsort. In Zusammenarbeit mit dem Künstler Wolfgang Wiedey wurde am 24. September 2024 ein neues Mahnmal vor dem ehemaligen Kinderkrankenhaus eingeweiht. Es nennt die Namen und das Alter der ermordeten Kinder und zeigt einen Schattenriss einer Ärztin oder Pflegerin am Krankenbett eines Kindes.

Heute ist bekannt, dass im Rahmen des nationalsozialistischen Euthanasieprogramms im ehemaligen Kinderkrankenhaus zwischen 1940 und 1945 mindestens 127 Säuglinge und Kleinkinder ermordet wurden, deren Leben als „lebensunwert“ eingestuft wurde.

Veranstaltungen

14:00 - 16:00 | Stadtteilrundgang
Billhorner Deich 2, 20539 Hamburg

Spaziergang durch Rothenburgsort zwischen Hamburg Wasser und dem Bullenhuser Damm

Rothenburgsort war vor dem Zweiten Weltkrieg ein dicht besiedeltes Wohn- und Geschäftsviertel. Neben Wohnungen für Arbeiterfamilien entstanden im Laufe des 19. Jahrhunderts wichtige Versorgungsbetriebe und Arbeitsplätze (Wasser, Gas, Güterbahnhof). Auf unserem Weg folgen wir der Geschichte des Viertels und spüren den Folgen der NS-Diktatur von 1933 bis 1945 nach. Wir stellen Erinnerungszeichen wie das 2024 eingeweihte und von Wolfgang Wiedey gestaltete Denkmal für die Euthanasie-Opfer im ehemaligen Kinderkrankenhaus in der Marckmannstraße vor. Der Rundgang endet an der Gedenkstätte Bullenhuser Damm mit dem Rosengarten und gibt Einblicke in die Planungen für die Erweiterung der Gedenkstätte und die Neuausrichtung des ehemaligen Schulgebäudes.
Ein Rundgang von Wolfgang Wiedey und Kristina Vagt (Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte). Die Teilnahme ist kostenlos. Ohne Anmeldung.

Treffpunkt: Billhorner Deich 2, 20539 Hamburg

Gedenktafel
Gedenktafel am ehemaligen Kinderkrankenhaus Rothenburgsort
Rothenburgsort
Marckmannstraße 129a

Kontakt

Bezirksamt Hamburg-Mitte

Caffamacherreihe 1–3
20355 Hamburg
Telefon: 040-428543471
Kategorien:
Gedenktafel
Themen:
Opfergruppen