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Gedenktafel für Andrzej Szablewski

Gedenktafel „Der Tod eines Zwangsarbeiters“.
Gedenktafel „Der Tod eines Zwangsarbeiters“ im Hohenbuchenpark.

Am 13. März 1942 wurde Andrzej Szablewski aus Polen als erster Zwangsarbeiter öffentlich in Hamburg hingerichtet. Er war 29 Jahre alt. Die Gestapo hatte ihm eine Liebesbeziehung zu einer Deutschen unterstellt und die „Sonderbehandlung“ beim Reichssicherheitshauptamt in Berlin beantragt.

Am 24. März 2003 wurde auf Initiative von Dr. Andreas Seeger und der Grünalternativen Liste am Ort des früheren Gutes Hohenbuchen in Hamburg-Poppenbüttel eine Gedenktafel eingeweiht. Sie wurde ungefähr dort angebracht, wo früher die Eiche stand, an der Szablewski erhängt wurde. An der Feierstunde nahmen auch Angehörige von Andrzej Szablewski aus Polen teil.

 

Veranstaltungen

19:00 - 21:00 | Vortrag
Curiohaus, Großer Saal, Rothenbaumchaussee 15, 20148 Hamburg

Poppenbüttel-Case „Schuld und Sühne“

Der Prozess zum Tod des polnischen Zwangsarbeiters Andrzej Szablewski.

Andrzej Szablewski wurde aus seiner polnischen Heimat nach Deutschland verschleppt. Er musste Zwangsarbeit auf dem Gut Hohenbuchen in Poppenbüttel leisten. Er wurde schlecht versorgt, schikaniert, misshandelt und musste sehr hart arbeiten. Der Gutsverwalter Walter Grimm unterstellte ihm eine „sexuelle Beziehung“ zu der deutschen Erntehelferin Hildegard Lütten. Ohne Gerichtsurteil wurde er auf dem Gut zur „Abschreckung“ erhängt. Hildegard Lütten wurde für mehrere Jahre in das Frauen-KZ Ravensbrück verschleppt.
Andrzej Szablewskis Bruder Kasinin strengte nach dem Krieg bei der britischen Besatzungsmacht einen Prozess gegen die Verantwortlichen an. Es ergingen harte Urteile. Der Gutsverwalter Grimm und der Gestapomann Karl Mumm wurden zum Tode verurteilt und hingerichtet. Der Historiker Andreas Seeger hat die Geschichte des Mordes in seinem Buch „Der Tod eines Zwangsarbeiters“ aufgearbeitet. Auf seine Initiative hin wurde eine Gedenktafel aufgestellt. Er sorgte dafür, dass Hildegard Lütten durch die Hamburger Stiftung Hilfe für NS-Verfolgte entschädigt wurde. Jahrzehntelang wurde ihr Schicksal als NS-Verfolgte nicht anerkannt.

Die Veranstaltung der GEW ist Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung „Die Hamburger Curiohaus-Prozesse: NS-Kriegsverbrechen vor britischen Militärgerichten“, siehe Programmflyer .

Gedenktafel
Gedenktafel für Andrzej Szablewski
Poppenbüttel
Poppenbüttler Hauptstraße 44

Kontakt

Bezirksamt Wandsbek

Barmbeker Markt 22
22081 Hamburg
Telefon: 040-428812410
Kategorien:
Gedenktafel
Themen:
Opfergruppen