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Mahnmal St. Nikolai

Kirchturm Mahnmal St. Nikolai.
Ausstellung im Mahnmal St. Nikolai.
Skulptur "Prüfung" in Gedenken an die Opfer des Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglagers Sandbostel.
Informationstafeln auf der Aussichtsplattform Mahnmal St. Nikolai.
Kränze am Mahnmal St. Nikolai.
Blick zum Turm am Mahnmal St. Nikolai mit Glockenspiel.
Gedenktafel mit Nagelkreuz der Kathedrale von Coventry aus dem Jahr 1993.

Mit 147 Metern ist der Turm der Kirchenruine St. Nikolai Hamburgs höchster Kirchturm. Die Ruine steht heute als Mahnmal für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft und wirbt für Völkerverständigung und Toleranz.

Geschichte der Kirche
Die erste St. Nikolai-Kirche wurde im 12. Jahrhundert erbaut. Sie wurde beim großen Hamburger Brand 1842 zerstört. Der Neubau der Kirche erfolgte im neogotischen Stil. Während der alliierten Bombenangriffe der "Operation Gomorrha" im Juli 1943 wurde die Kirche, dessen Turm den Bomberpiloten als Orientierungspunkt diente, schwer getroffen. Nur der Turm, der Chorraum und Teile des Kirchenschiffs blieben erhalten.

Nach Kriegsende erschien ein Wiederaufbau der weitgehend zerstörten Kirche nicht sinnvoll. Hintergründe waren eine nur kleine Bevölkerung im Umfeld der Kirchengemeinde und die Planungen für eine neue Hauptverkehrsstraße (Ost-West-Straße, heute Willy-Brandt-Straße und Ludwig-Erhardt-Straße). Mitte der 1950er-Jahre wurde eine neue Kirche St. Nikolai am Klosterstern im Stadtteil Harvestehude errichtet.

Einrichtung als Mahnmal
1977 wurde die Kirchenruine als Gedächtnisstätte eingeweiht und eine Gedenktafel für die Hamburger Bombenopfer angebracht. Ein weiterer Ausbau des Mahnmals wurde durch die Gründung des Förderkreises „Rettet die Nikolaikirche“ e.V. (heute: Förderkreis Mahnmal Sankt Nikolai e.V.) im Jahr 1987 möglich. Ehrenamtliches Engagement, öffentliche Mittel und Spenden sorgten für den Erhalt der baulichen Substanz. Im Gewölbekeller präsentierte der Verein eine erste Ausstellung zur Geschichte der Nikolai-Kirche und der Bombardierung Hamburgs.

St. Nikolai heute
2013, zum 70. Jahrestag der "Operation Gomorrha", wurde auf einer wesentlich erweiterten Ausstellungsfläche eine neue Dokumentation realisiert. Unter dem Titel "Gomorrha 1943. Die Zerstörung Hamburgs im Luftkrieg“ thematisiert sie neben den schrecklichen Folgen auch die Ursachen sowie die Erinnerungskultur an die Bombenzerstörungen in Hamburg. Weitere Themen sind die Vorbereitung des Krieges am Beispiel des Luftschutzes und die Anfänge des Luftkriegs mit den deutschen Angriffen auf Warschau, Rotterdam und Coventry. Thema ist auch die propagandistische Nutzung der Bombenzerstörungen zur Begründung von Deportationen und Verfolgungsmaßnahmen.

Auf der Aussichtsplattform des Kirchturmes in 76 Metern Höhe bilden großformatige Fotos aus dem Jahr 1943 den Blick vom Kirchturm über die zerstörte Stadt ab. Die Plattform ist mit einem im Jahre 2005 eingerichteten gläsernen Panoramalift zu erreichen. Der Förderkreis bietet ein vielseitiges Veranstaltungsprogramm mit Gedenkfeiern, Vorträgen, Konzerten und Lesungen. Regelmäßig wird das große Turmglockenspiel (Carillon) live gespielt.

Veranstaltungen

19:00 - 20:30 | Buchvorstellung und Gespräch
Mahnmal St. Nikolai, Willy-Brandt-Str. 60, 20457 Hamburg

Present Past. Wie Nachfahren ihre NS-Familiengeschichte erforschen

Wie finde ich heraus, was meine Vorfahren in der NS-Zeit gemacht haben? Zehn Nachfahren berichten in dem Buch, wie sie ihre Recherche angegangen sind, was sie herausgefunden haben und wie sie mit den Erkenntnissen umgehen. Der Herausgeber des Buches, Dr. Johannes Spohr, betreibt in Berlin den Archivrecherchedienst „Present Past“ zum Nationalsozialismus in Familie und Gesellschaft. Die Veröffentlichung zeigt einen Ausschnitt seiner Arbeit und gibt zugleich Einblick in persönliche Erinnerungspraktiken einer wachsenden Minderheit in der deutschen Gesellschaft.

In der Veranstaltung berichtet Johannes Spohr über den Prozess der Familienrecherche. Im anschließenden Gespräch mit Personen, die sich bereits mit ihrer Familiengeschichte auseinandergesetzt haben, wird die individuelle Dimension eines solchen Rechercheprozesses beleuchtet.
An diesem Abend sprechen Autor Dr. Johannes Spohr, die Kuratorin der aktuell im Mahnmal St. Nikolai gezeigten Fotoausstellung „Auf der Suche nach der verlorenen Erinnerung“ Katrin Jakobsen und die Illustratorin Paula Mittrowann über die Motivation, sich mit dem auseinanderzusetzen, was die eigenen Eltern oder Großeltern während des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs getan haben. Was lässt sich wie herausfinden, was nicht? Und: was macht man mit den gewonnenen Erkenntnissen?

Das Gespräch moderiert Karin Heddinga (Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte). Eine Kooperationsveranstaltung mit dem Mahnmal St. Nikolai.
Weitere Informationen und Anmeldung auf www.mahnmal-st-nikolai.de

Ausstellung
Mahnmal St. Nikolai
Hamburg-Altstadt
Willy-Brandt-Straße 60

Kontakt

Förderkreis Mahnmal St. Nikolai e.V.

Willy-Brandt-Straße 60
20457 Hamburg
Telefon: 040-371125
Kategorien:
Ausstellung
Denkmal
Themen:
Opfergruppen